BIKENZO

Wie der Bitcoin-Preis entsteht

Es gibt keine zentrale Stelle, die den Bitcoin-Preis festlegt. Jede Zahl, die du siehst, ist das Produkt aus Orderbüchern, Trades und Umrechnungen — und wer diese Maschine versteht, liest jeden Bitcoin-Preis auf jedem Schirm anders. Dieser Artikel erklärt, woher die Zahl kommt. Er sagt nicht voraus, wohin sie geht.

Ein Asset, viele Orderbücher

Bitcoin wird auf Hunderten Handelsplätzen gleichzeitig gehandelt, jeder mit eigenem Orderbuch: einer laufenden Liste aus Geboten (was Käufer zahlen wollen) und Briefkursen (was Verkäufer verlangen). Der Bitcoin-Preis eines Platzes ist schlicht der letzte Kurs, zu dem dort Gebot und Brief zusammenfanden. Zwischen diesem letzten Trade und dem nächsten ist der „Preis" in Wahrheit zwei Zahlen — bestes Gebot und bester Brief — getrennt durch den Spread.

Da es weder Eröffnungsglocke noch Handelsschluss gibt, passiert das 24 Stunden am Tag, jeden Tag im Jahr. Der Bitcoin-Preis kommt nie zur Ruhe; er handelt einfach weiter.

Von vielen Büchern zu einer Zahl

Weil jeder Platz seinen eigenen letzten Trade hat, gibt es so viele Bitcoin-Preise wie Orderbücher. Indexanbieter mitteln über mehrere Plätze und veröffentlichen eine Referenzzahl; jeder macht es anders — deshalb zeigen zwei Websites selten in derselben Sekunde exakt denselben Bitcoin-Preis.

Das BIKENZO-Terminal geht einen anderen Weg: Es nutzt BTC/USD aus dem Orderbuch einer echten Börse, mit Tageshistorie zurück bis August 2011. Die Zahl, die du siehst, wurde tatsächlich gehandelt — sie ist keine Mischung, deren Rezept in fremden Tabellen liegt.

Warum sich der Bitcoin-Preis zwischen Börsen unterscheidet

Handelsplätze unterscheiden sich in Liquidität, Gebühren, Bankanbindung und lokaler Nachfrage — ihre Bitcoin-Preise driften leicht auseinander. Gelegentlich wird die Lücke berühmt: Südkoreanische Börsen handelten 2017 mit dauerhaftem Aufschlag, der sogenannten Kimchi-Prämie. Meist hält Arbitrage die Unterschiede aber im Bruchteil-Prozent-Bereich: Übersteigt die Lücke die Kosten, sie zu schließen, kaufen Händler am billigen Platz und verkaufen am teuren, bis sie sich schließt.

Für das Chartlesen folgt daraus: Konsistenz. Vergleiche einen Bitcoin-Preis nur mit Historie derselben Quelle — die Eigenheiten jedes Platzes stecken in seiner eigenen Reihe.

Der Bitcoin-Preis in anderen Währungen

Ein Bitcoin-Preis in Euro, Yen oder Pfund entsteht auf einem von zwei Wegen. Liquide Paare wie BTC/EUR handeln direkt in eigenen Orderbüchern. Für die meisten Währungen ist die gezeigte Zahl aber eine Umrechnung: der BTC/USD-Preis multipliziert mit einem Devisenkurs.

Genau so berechnet unsere Live-Übersicht den Bitcoin-Preis in rund dreißig Währungen: ein echter BTC/USD-Trade, umgerechnet zu den offiziellen Referenzkursen der EZB. Eine umgerechnete Zahl ist als Referenz ehrlich — aber kein Kurs, zu dem du handeln könntest, und eine seriöse Seite sagt das dazu.

Was das fürs Chartlesen bedeutet

Wer die Maschinerie kennt, entwickelt drei Gewohnheiten. Prüfe die Quelle: Ein Bitcoin-Preis ohne genannten Ursprung ist ein Gerücht mit Ziffern. Achte auf das Paar: BTC/USD und ein umgerechnetes BTC/EUR erzählen leicht verschiedene Geschichten, wenn sich der Dollar selbst bewegt. Und vergleiche Veränderungen, nicht nur Niveaus — genau so plottet das BIKENZO-Terminal Liquidität gegen den Bitcoin-Preis. Nichts davon sagt dir, wohin der Preis geht; es sagt dir, was die Zahl vor dir wirklich ist.

A Bitcoin liquidity terminal. Global central-bank liquidity, plotted against the Bitcoin price, in one screen.

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